Was sind Serifen?

Serifen sind kleine Striche/Endungen an Buchstabenformen – z.B. am unteren Ende eines „T“ oder an den „Füßen“ eines „I“. Serifenschriften wirken dadurch oft klassisch, ruhig und „buchig“.

Merksatz: Serifen = kleine Abschlüsse an den Buchstaben.

Was heißt „serifenlos“ (Sans Serif)?

Serifenlose Schriften (engl. Sans Serif) haben diese Abschlüsse nicht. Die Formen sind meist einfacher und klarer. Das wirkt oft modern, neutral und sehr „UI-/Screen-nah“.

Direkter Vergleich (mit Beispielen)

Unten siehst du denselben Text in einer Serifenschrift und in einer serifenlosen Schrift. (Wenn du die genannten Fonts nicht installiert hast, nutzt dein Browser sehr ähnliche Ersatzschriften.)

Serif (mit Serifen)

Beispiele: Times New Roman, Georgia, Garamond

Der schnelle braune Fuchs springt über den faulen Hund. 1234567890 – Typografie wirkt stärker, als man denkt.

  • wirkt traditionell / editorial
  • gut für längere Texte (Print & „Lesetext“)
  • oft mehr „Charakter“

Sans Serif (serifenlos)

Beispiele: Helvetica, Arial, Inter

Der schnelle braune Fuchs springt über den faulen Hund. 1234567890 – Typografie wirkt stärker, als man denkt.

  • wirkt modern / technisch
  • sehr gut für UI, Apps, Web, Dashboards
  • häufig neutraler Eindruck

Lesbarkeit: Print vs. Bildschirm

Warum Serifen oft in Print „gut funktionieren“

In gedruckten Texten können Serifen das Auge subtil entlang der Zeile führen. Deshalb sieht man Serifenschriften häufig in Büchern, Magazinen und längeren Artikeln.

Warum Sans Serif oft am Screen „klarer“ wirkt

Auf Bildschirmen (vor allem bei kleinen Größen) profitieren viele Sans-Serif-Schriften von einfachen, offenen Formen. Moderne Webfonts wie Inter sind gezielt für UI-Lesbarkeit optimiert.

Praxis-Tipp: Entscheidend ist nicht nur „Serif vs Sans“, sondern auch Schriftqualität, Größe, Zeilenabstand und Kontrast.

Typische Einsatzgebiete

Serif

  • Bücher, Editorial, längere Artikel
  • Branding mit klassischer / hochwertiger Anmutung
  • Einladungen, Kultur, Tradition

Sans Serif

  • Websites, Apps, SaaS-Dashboards
  • Technik/Startup-Branding, „clean“ & modern
  • Beschilderungen & Interfaces (klare Formen)

Schnelle Entscheidungshilfe

  1. UI / App / Dashboard? → Starte mit Sans Serif (z.B. Inter, Arial, Helvetica).
  2. Langer Lesetext / Artikel / Print? → Teste Serif (z.B. Georgia, Garamond, Times New Roman).
  3. Markenwirkung: klassisch/edel → eher Serif • modern/neutral → eher Sans.
  4. Dann prüfen: Kontrast, Größe, Zeilenabstand, Laufweite – das macht oft mehr aus als die Kategorie.

FAQ

Sind Serifenschriften immer besser lesbar?

Nicht pauschal. In Print und bei längeren Texten werden Serifen oft als angenehm empfunden. Am Bildschirm (kleine Schriftgrößen) sind hochwertige Sans-Serifs häufig klarer. Entscheidend ist die konkrete Schrift + Typografie-Einstellungen.

Kann ich Serif und Sans kombinieren?

Ja – das ist sogar sehr üblich: z.B. Überschriften in Serif (Charakter) und Fließtext in Sans (Klarheit) oder umgekehrt. Wichtig ist, dass die Kombination harmoniert (ähnliche x-Höhe, ähnliche Strichstärke).

Was heißt „Grotesk“?

„Grotesk“ ist ein Begriff für frühe serifenlose Schriften (historisch). Heute wird er oft einfach als Synonym für Sans Serif benutzt.